Setze dich aufrecht hin, lege die Hand auf den Bauch und atme bewusst ein, bis sich die Hand hebt. Atme langsam aus, etwas länger als das Einatmen. Sechzig Sekunden reichen, um das Nervensystem zu beruhigen, Herzschlag zu glätten und Gedanken zu sortieren. Diese kurze Pause verankert Präsenz, bevor E-Mails, Aufgaben und Nachrichten deinen Fokus zerstreuen. Wiederhole nach Bedarf. Notiere dir, wie sich Körper und Kopf anfühlen, und entdecke, wie aus einer Minute ein stilles Kraftwerk für den Tag entsteht.
Trinke ein Glas Wasser als erstes Signal von Fürsorge. Spüre Temperatur, Geschmack und wie das Glas in der Hand liegt. Beim Schlucken kannst du gedanklich eine klare Absicht formulieren: freundlich sein, konzentriert bleiben, ausreichend Pausen machen. Dieser kleine Akt wirkt überraschend stabilisierend, weil er Körper und Aufmerksamkeit synchronisiert. Stell das Glas immer an denselben Ort, damit dein Gehirn den Anker wiedererkennt. Teile, ob du Zitrone, Minze oder schlichtes Wasser bevorzugst, und beobachte die Wirkung über eine Woche.
Schreibe drei Stufen auf: A ist Minimum überleben, B ist tragbar arbeiten, C ist normaler Tag. Jede Stufe enthält drei konkrete Handlungen, etwa trinken, kurze frische Luft, eine Person informieren. Wenn der Tag kippt, entscheide bewusst, welche Stufe heute reicht. Das nimmt Druck, gibt Struktur und ermöglicht kleine Erfolge. Hänge die Karte sichtbar auf, damit dein müder Kopf nicht neu planen muss. Teile deine Stufen anonym, um anderen eine Vorlage zu bieten, die sie liebevoll anpassen können.
Schau dich um und nenne drei Dinge, die du siehst, drei Geräusche, die du hörst, drei Berührungen, die du fühlst. Wiederhole langsam und atme weich. Diese Übung erdet in Minuten, wenn Gedanken rasen oder Panik aufsteigt. Sie funktioniert im Bus, Büro oder Schlafzimmer. Koppel sie an einen Satz: Ich bin hier, ich atme, ich halte. Schreibe auf, welche Sinneskanäle dir besonders helfen, und lehre die Übung jemandem, der sie an schweren Tagen gut gebrauchen kann.
Starte bei den Zehen, wandere in Gedanken zu Knien, Hüften, Bauch, Schultern, Kiefer. An jedem Punkt löst du bei der Ausatmung bewusst ein Prozent Spannung. Fünf Atemzüge genügen oft, um spürbar weicher zu werden. Diese schnelle Variante passt an die Supermarktkasse, in den Aufzug oder zwischen zwei Terminen. Notiere danach eine körperliche Veränderung, auch wenn sie winzig ist. Teile deine Lieblingsstelle zum Loslassen, damit andere neue Einstiege finden und der Tag wieder etwas sicherer steht.